Auch 2011: Steigende Gaspreise zu Beginn der Heizperiode

Wie jedes Jahr kündigt sich die nahende Heizperiode mit steigenden Gaspreisen zum Herbstanfang an. Bisher haben bereits 149 Gasanbieter angekündigt, dass die Preise für Gas zum September und Oktober erneut steigen werden. Bei der durchschnittlichen Preiserhöhung um elf Prozent bedeutet das bei einem Vier-Personen-Haushalt eine Mehrbelastung von 140 Euro im Jahr.

Am stärksten betroffen sind die Kunden der Gasversorgung Wismar Land. Hier steigt der Preis sogar um 25 Prozent – demnach bezahlt ein Vier-Personen-Haushalt künftig 404 Euro im Jahr mehr. Auch große, überregional tätige Gasversorger wie EWE, E.ON Avacon und die Mainova haben steigende Gaspreise angekündigt. Damit werden insgesamt etwa 3,5 Millionen Haushalte von dieser Welle der Preissteigerungen betroffen sein.

Schon im vergangenen Jahr 2010 hatten insgesamt 261 Gasanbieter ihre Preise im Durchschnitt um neun Prozent – entsprechend einer Mehrbelastung von 115 Euro – erhöht. Auch in diesem Jahr haben bereits bis jetzt 138 Anbieter die Preise für Gas um circa 10 Prozent (Mehrkosten rund 132 Euro) angehoben. Mit den jetzt angekündigten angekündigten Erhöhungen durch 149 Anbieter liegt die Zahl der Versorger mit Preissteigerungen also im Oktober 2011 schon über dem Wert des gesamten Vorjahres.

Damit ist jedoch noch lange keine Ende der Preisspirale in Sicht. Durch den gestiegenen Ölpreis sind auch in den kommenden Monaten weitere Gaspreiserhöhungen nicht unwahrscheinlich – darauf haben auch die aktuellen Turbulenzen an den Börsen und der teilweise wieder gefallene Ölpreis keinen Einfluss. Zwar besteht für Endkunden keine Ölpreisbindung mehr, dennoch entspricht die Gaspreisentwicklung in der Regel (mit einer 6-monatigen Verzögerung) der beim Öl.

Einziger Vorteil für Endverbraucher: Die vielen verschiedenen Gasversorger haben teilweise recht unterschiedliche Beschaffungsstrategien. Dadurch kommen oft enorme Preisunterschiede zu Stande. Gerade viele neue Anbieter, die keine langfristigen Lieferverträge mit Ölpreisbindung haben, können vom aktuellen Überangebot am Weltmarkt profitieren und bieten Gas deshalb zu oft wesentlich günstigeren Konditionen an. Damit können die Verbraucher zumindest über die Wahl ihres Versorgers auf den Preis Einfluss nehmen.