Keine Entwarnung bei den Gaspreisen: E.ON und Gazprom können sich nicht einigen

Für Kunden, die von den Stadtwerken mit Gas beliefert werden, sind auch weiterhin keine Preissenkunden in Sicht. Der russischen Gasexporteur Gazprom und der deutsche Energieriese E.ON konnten sich nicht über die künftige Höhe der Gaspreise einigen. Dabei lief am Wochenende eine Frist in den Lieferverträgen aus, die eine Neuverhandlung der Preise erlaubt hätte.

Wie die ARD meldet, sei allerdings noch offen, ob diser Zeitraum noch einmal bis in den Juli hinein verlängert werden könnte. Von E.ON gab es zunächst keinen Kommentar. Die Auseinandersetzung ist wichtig für die gesamte Gasbranche und hat deshalb Auswirkungen auf die Gaspreise hunderttausender Verbraucher. Einerseita liefert Gazprom rund ein Drittel des gesamten in Deutschland verbrauchten Erdgases; von der E.ON-Tochter Ruhrgas hingegen beziehen zahlreiche Stadtwerke und kleinere Versorger ihr Gas.

Dabei kämpft gerade Rhurgas seit langem für niedrigere Einkaufspreise. Das Unternehmen hat mit Gazprom Lieferverträge mit einer sehr langen Laufzeit vereinbart, in denen die Gaspreise an die Entwicklung der Ölpreise gebunden sind. Ruhrgas musste demzufolge nach den rasant steigenden Ölpreisen in den vergangenen Monaten sehr hohe Gaspreise bezahlen, obwohl der Preis für Erdgas an den Energiebörsen derzeit vergleichsweise niedrig ist.

Die Wettbewerber auf dem deutschen Markt werden dadurch in zwei Lager gespalten – Anbieter, die sich auf dem freien Markt eindecken, können verhältnismäßig günstige Preise anbieten. Diejenigen Versorger aber, deren Verträge eine Ölpreisbindung enthalten, müssen die Preise erhöhen. Schon jetzt rechnet E.ON Ruhrgas durch die hohen Einkaufspreise mit einem Verlust von einer Milliarde Euro im laufenden Jahr. Bei Gazprom hingegen rollt der Rubel: hier werden wieder einmal Rekordgewinne erwartet.