GasflammenIn in den kommenden Jahren werden sich Verbraucher weiterhin massiv steigenden Gaspreisen ausgesetzt sehen. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney rechnet bis 2014 Preiserhöhungen von 30 bis 40 Prozent. Grund dafür ist vor allem das sich weiter verknappende Gasangebot bei gleichzeitiger Zunahme des Verbrauchs.

Vor allem die Stromerzeugung sorgt für den rasant gestiegenen Gasverbrauch. Für steigenden Gasbedarf in Europa sorgt vor allem die Stromproduktion, für die im Rahmen der Energiewende verstärkt auf relativ saubere und flexibel regelbare Gaskraftwerke zurückgegriffen werden soll. Die Autoren erwarten ein jährliches Verbrauchs-Plus von 0,4 Prozent.

Weil gleichzeitig immer mehr Gasvorkommen in Europa ausgebeutet sind, rechnen sie mit einer Zunahme der Gasimporte um 26 Prozent. Weil die Versorger durch die Energiewende verstärkt auf saubere Gaskraftwerke setzen, rechnen die Experten mit einem jährlichen Verbrauchszuwachs von 0,4 Prozent. Da aber auch immer mehr Gasvorkommen in Europa ausgebeutet sind, rechnen sie mit einer Zunahme der Gasimporte um 26 Prozent.

Ein Ende der Preissteigerungen ist aber in Sicht: Ab 2015, so heisst es in der Studie, werde durch weltweite Überkapazitäten zu einem Einbruch der Gaspreise kommen. Die Experten erwarten auch die Bildung von Überkapazitäten in Europa, weil derzeit massiv in neue Pipelines und Transportmöglichkeiten für verflüssigtes Erdgas (LNG) investiert wird. Auch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien trägt zu dieser Entwicklung bei. Durch das Überangebot an Gas erwarten die Autoren der Studie Preiseinbrüche von bis zu 60 Prozent bei den Großhandelspreisen. Die weltweite Nachfrage nach Gas wird hingegen weiter hoch bleiben.

Die Studie geht davon aus, dass auch zukünftig Liquefied Natural Gas (LNG) immer wichtiger wird. Dieses Gas wird mit Tankschiffen transportiert und vor allem an den Energiebörsen gehandelt wird. Es ist derzeit um rund die Hälfte günstiger als Pipeline-Gas, das vor allem über langfristige Lieferverträge gehandelt wird. Diese sind in der Regel an den Ölpreis gekoppelt. Durch diese Preisunterschiede waren große deutsche Gashändler wie E.ON Ruhrgas zuletzt massiv unter Druck geraten. Allerdings gibt es bisher in Deutschland noch kein LNG-Terminal. Die am vergangenen Dienstag in Lubmin eröffnete Nord Stream-Pipeline transportiert vor allem ölpreisgebundenes Gas des Unternehmens Gazprom aus Russland nach Deutschland.

Die genannte Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney finden Sie unter http://tinyurl.com/gas-studie