Gas wird teurer: EnBW und weitere Versorger kündigen Erhöhungen an

Die Gaspreise steigen weiter: Der Versorger EnBW kündigte eine Preiserhöhung um knapp zehn Prozent zum 1. August an, ausserdem haben bereits weitere 37 Grundversorger steigende Gaspreise ab Juli und August angekündigt. Damit steigen die Preise um bis zu 18 Prozent.

Bei der EnBW müssen künftig im Grundversorgungstarif ErdgasPlus 0,64 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlt werden. Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergeben sich dadurch 128 Euro mehr für die jährliche Gasrechnung. Die dickste Steigerung müssen Kunden der Stadtwerke Verden hinnehmen: hier muss die Musterfamilie sogar 196 Euro mehr bezahlen – das ist ein Plus von knapp 18 Prozent. Im Durchschnitt der 38 Versorger steigen die Preise um gut zehn Prozent oder 137 Euro.

In den vergangenen Monaten hatten bereits mehrere Gasversorger ihre Tarife erhöht. Hauptgrund sind die hohen Ölpreise, die unter anderem durch die Krisen in Nahost und Nordafrika stark gestiegen waren. In Privatkundenverträgen gibt es zwar keine Ölpreisbindung mehr – wohl aber in den Lieferverträgen, die zahlreiche Gasversorger mit Erdgas-Fördergesellschaften und Vorlieferanten geschlossen haben. Weil die Gaspreise den Öl-Notierungen mit einigen Monaten Verzögerung folgen, wirken sich die Ereignisse von Januar und Februar erst jetzt auf die Gaskunden aus. Die EnBW verwies außerdem darauf, dass die letzte Gaspreiserhöhung im November 2008 stattgefunden habe. Seitdem seien die Tarife mehrfach gesenkt worden.

Die Zeiten des billigen Gases dürften allerdings vorerst vorbei sein: Durch neue Fördertechniken werden zwar immer neue Gasvorkommen erschlossen. Doch Experten gehen parallel von einer steigenden weltweiten Nachfrage aus, die unter anderem durch den Bau von effizienten Gaskraftwerken gefördert wird. Diese sollen die Kohle- und Atommeiler ersetzen. Die Ölpreise sind weiterhin auf einem hohen Niveau. Und der russische Gasexporteur Gazprom, der etwa ein Drittel des deutschen Gasverbrauchs deckt, deutete neue Preiserhöhungen noch im laufenden Jahr an.